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Der Vesuvausbruch aus naturwissenschaftlicher Perspektive

 

Nubes - incertum procul intuentibus, ex quo monte (Vesuvium fuisse postea cognitum est) - oriebatur, cuius similitudinem et formam non alia magis arbor quam pinus expresserit. Nam longissimo velut trunco elata in altum quibusdam ramis diffundebatur, credo quia recenti spiritu evecta, dein senescente eo destituta aut etiam pondere suo victa in latitudinem vanescebat, candida interdum, interdum sordida et maculosa prout terram cineremve sustulerat. (Plin. Epistulae VI 16 5-6)

Quellen:

Gemälde 'Vesuvausbruch des Jahres 79 n. Chr.' (George Scrope, 1822), http://www.scienceblogs.de/planeten/Vesuv_antik_ausbruch.jpg (zuletzt abgerufen: 29.04.2012).

 
 

Plinius der Ältere: Ein Ökovisionär?

Das 37 Bücher umfassende Werk des Plinius ist eine Enzyklopädie des gesamten naturkundlichen Wissens der Antike. Es bildete eine wichtige Grundlage der naturwissenschaftlichen Lehre bis weit ins 19. Jahrhundert. Heute wird die Naturkunde des Plinius als wichtige Quelle unserer Kenntnisse antiker Kunst, Geographie, Astronomie, Biologie, Pharmazie und Medizin geschätzt. Heute schätzen wir die Naturkunde Plinius’ d.Ä. als Quelle unserer Kenntnisse über antike Kunst, Geographie, Astronomie, Biologie, Pharmazie und Medizin. (Kurzbeschreibung der Auswahlausgabe in fünf Bänden)

 

An einigen Stellen äußert sich Plinius über das grundsätzliche Verhältnis zwischen Mensch und Natur: 

Text 1 - Der Mensch zerstört seine Lebensgrundlagen

Nos et sagittas tinguimus ac ferro ipsi nocentius aliquid damus, nos et flumina inficimus et rerum naturae elementa - ipsumque, quo vivitur, in perniciem vertimus. (Plin. nat. hist. XVIII 3)

(1) Markiere Konjunktionen und Subjunktionen! Welche Stilmittel verwendet Plinius hier?

 

(2) Übersetze das Zitat!

(3) Was meint Plinius mit "rerum naturae elementa"? Finde lateinische Entsprechungen!

 

Text 2 - Umweltzerstörung als Folge menschlicher Habgier

Illa nos peremunt, illa nos ad inferos agunt, quae tellus occultavit atque demersit, illa, quae non nascuntur repente, ut mens ad inane evolans reputet - quae finis exhauriendi eam futura sit, quo usque penetratura avaritia(Plin. nat. hist. XXXIII 3)

Was die Erde verborgen und und in sich eingeschlossen hat, was nicht plötzlich entsteht - wie ein zur Dummheit neigender Geist meinen könnte - das verdirbt uns und treibt uns in die Vernichtung. Wo soll das mit ihrer Ausbeutung noch enden, bis wohin soll die Habgier noch vordringen?

 

 

 

 

 

 

 

 

Quellen:

Jakob Lehner: Plinius d. Ä., ein Öko-Visionär? Überlegungen zu Möglichkeiten und Grenzen der Aktualisierung im Lateinunterricht, in: Forum Classicum 46.4 (2006), 251-256.

Karl-Wilhelm Weeber: Art. 'Umwelt, Umweltverhalten', in: Der Neue Pauly 12.1 (2002), 994-1000.